
Der „Meister“ 2008.
Die Playoffs sind noch nicht zu Ende, trotzdem gibt es schon einen Champion: Die Columbus Crew. Da man in Nordamerika nur wenig mit Sportarten anzufangen weiß, in denen es kein krachendes Finale zum Saisonabschluss gibt, wird auch die wichtigste Soccer-Trophäe des Jahres – der MLS Cup – erst nach Playoffs und einem Endspiel (23. 11.) vergeben. Vorher schon erhält aber der „Meister“ im europäischen Sinn, also der punktestärkste Verein nach den 30 Runden der Regular Season, den Supporters’ Shield (Foto rechts). Den Namen trägt er, weil er auf eine Initiative von Fanclubs zurückgeht.
Der Torschützenkönig des Jahres.
Landon Donovan (Foto links), der beste US-amerikanische Stürmer der letzten Jahre, sicherte sich den Golden Boot 2008. MIt 20 Toren führt der „Galactico“ die Torschützenliste vor Kenny Cooper (FC Dallas, 18) und Edson Buddle (L.A., 15) an. New Yorks Stürmerstar Juan Pablo Ángel setzte sich mit 14 Goals (in nur 23 Einsätzen) an die 4. Stelle.
Der Tormann des Jahres.
Jon Busch stand in allen 30 Partien des Grunddurchganges im Tor der Chicago Fire. Der 32-jährige gebürtige New Yorker hielt in 10 Matches seinen Kasten sauber – Saisonrekord. Mit einem Gegentor-Durchschnitt von 1,1 wurde Busch zum Goalkeeper of the Year ernannt.
Die Fair Players des Jahres.
New England Revolution holten sich den Fair Play Award der MLS für die wenigsten Gelben und Roten Karten der Saison. Revolution-Verteidiger Michael Parkhurst erhielt den individuellen Fair Play Award. Der konstante Abwehrrecke des Teams aus Massachusetts brachte es zustande, in der gesamten Saison keine einzige Gelbe Karte zu kassieren. Nur 9(!) Fouls hatten die Schiris gegen Parkhurst zu beanstanden.
Die meisten Zuschauer des Jahres.
An Englishman in New York: Wie auch in der 2007er-Saison, sorgte der Besuch der L.A. Galaxy samt Supergalactico David Beckham bei den Red Bulls von New York für den Zuschauerrekord des Jahres. 46.754 Menschen sahen am 19. Juli im Giants Stadium eine der besten Partien der Saison, die mit einem gerechten 2:2 endete.
Statistisches Kuriosum des Jahres.
Und noch einmal die Galaxy: David Beckham, Landon Donovan und Edson Buddle gaben in manchen Spielen das offensive Traumtrio des nordamerikanischen Fußballs. Die miserablen Abwehrleistungen der Angelitos trübten aber zu oft die Freude am kalifornischen Angriffsspektakel. Das unbeständige Spiel der Galaxy schlägt sich in einer außergewöhnlichen Tor-Statistik nieder: Als insgesamt zweitschlechtestes Team der Saison hat Los Angeles nicht nur die meisten Tore aller MLS-Clubs erhalten, sondern auch die meisten Tore erzielt: 55:62 Tore in 30 Spielen. (Schnitt: 1,8:2,1)
Der Transfer des Jahres.
Es war eine Frage der Zeit. Und am 11. Juni war es soweit: Jozy Altidore, größtes Stürmertalent der USA, wechselte von den New York Red Bulls zum FC Villarreal nach Spanien. Mit der kolportierten Ablösesumme von 6,5 Mio. Euro wurde er zum teuersten Spieler der MLS-Geschichte. Vor wenigen Tagen erzielte Jozy sein erstes Liga-Tor für die Spanier beim 4:1-Auswärtssieg über Athletic Bilbao (Foto rechts). Er ist damit der erste US-Amerikaner, der in der spanischen Primera Division netzen konnte.
Das Gerücht des Jahres.
Sagt David Beckham Los Angeles früher good-bye als geplant? Nachdem der Superstar der L.A. Galaxy mit seinem vorübergehenden Wechsel zum AC Milan in den letzten Wochen bereits für Aufsehen und Spekulationen gesorgt hatte, taucht nun ein neues Gerücht auf: Becks soll in seinen 2007 unterschriebenen 5-Jahres-Vertrag eine Ausstiegsklausel hineinreklamiert haben, die es ihm erlauben würde, schon nach 3 Jahren Kalifornien den Rücken zu kehren. Wird 2009 die letzte MLS-Saison der englischen Filigran-Zehe?
Das Tor des Jahres.
Auf mlsnet.com kann jeder MLS-Fan ab sofort an der Wahl zum „Goal of the Year“ 2008 teilnehmen. Unter den 35 Toren, die zur Auswahl stehen, befinden sich auch zwei wunderschöne Bullen-Goals: Zum ersten Juan Pablo Ángels Zauber-Lupfer im Heimspiel gegen die L.A. Galaxy (19. Runde) und zum zweiten Goalie Danny Ceperos 70-Meter-Freistoß gegen die Columbus Crew (29. Runde).
Der Newcomer des nächsten Jahres.
Seattle Sounders FC heißt das neue Team der MLS. Ab der kommenden Saison wird die Western Conference damit auf 8 Teams aufgestockt, insgesamt werden also 15 Vereine um den Aufstieg in die Playoffs kämpfen. Trainer gibt’s noch keinen, und auch der Spielerkader wird erst in den MLS-Drafts im Jänner 2009 aufgefüllt werden. Mit dem Ex-Arsenal-Hero Freddie Ljungberg gelang den Sounders jedoch bereits eine spektakuläre Verpflichtung. Und die Gerüchte, auch Thierry Henry könnte in den Nordwesten der USA übersiedeln, kursieren munter weiter.