Freitag 12.März 2010 | 08:46
Sports / Fußball / Interview

Von Manuel Kurzmann am 07.02.2010

Roman Wallner (28) soll bei Red Bull Salzburg frischen Wind in das Offensivspiel bringen. Im Interview spricht er über seine ersten Tage in der Mozartstadt und die prekäre Situation beim LASK.


Wie gefällt es dir in deiner neuen Heimat?
Ehrlich gesagt habe ich von Salzburg noch gar nichts gesehen, da ich hauptsächlich mit Training und Regeneration beschäftigt bin. Jetzt muss ich erstmal eine Wohnung finden. Und dann steht das mühsame Umladen und Schleppen an. Aber das gehört zum Beruf Fußballer dazu.

In den ersten Testspielen hast du mit deinen neuen Kollegen bereits gut harmoniert. Wann wird die Eingewöhnungsphase abgeschlossen sein?
Ich glaube, dass es bei mir nicht so lange dauern wird, da ich die Spieler ja aus der Meisterschaft kenne. Natürlich kann ich noch nicht genau sagen, wo ich stehe. Am wichtigsten sind jetzt schnelle Erfolgserlebnisse. Dann passiert vieles automatisch.

Du läufst nach einem Nasenbeinbruch noch mit einer Maske auf. Ist sie störend?
Es ist einfach anders. Man geht vielleicht bei Kopfballduellen mehr rein, da man durch die Maske geschützt ist. Ich werde sie aber nicht mehr lange tragen müssen – nur im Cup-Spiel gegen Sturm.

Hast du dir eine bestimmte Anzahl an Toren als Ziel gesetzt?
Nein, überhaupt nicht. Ich bin froh, dass es im Herbst so gut gegangen ist. Die jetzige Situation ist aber eine völlig andere. Wichtig ist einfach, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind und gewinnen. Dazu will ich beitragen. Wenn wir gewinnen, ist es egal, wie viele Tore ich schieße.

Wie funktioniert das Zusammenspiel mit dem neuen Sturmpartner Marc Janko?
Richtig zusammengespielt haben wir ja noch nicht, nur zweimal im Nationalteam. Er ist halt ein Stürmer, der wegen seiner Größe oft vorne bleibt und dort den Abschluss sucht. Ich hole Bälle und gehe weite Wege. Vom Gefühl her glaube ich aber, dass wir gut harmonieren werden.

Dein neuer Trainer Huub Stevens steht für ein defensiv angelegtes Spielsystem. Kommt dir das entgegen?
Für mich ist es keine große Umstellung, da ich schon immer so oft wie möglich zurückgelaufen und in Zweikämpfe gegangen bin. Bei einem Verein wie Red Bull Salzburg ist es aber eher so, dass sich der Gegner hinten reinstellen muss. Wir spielen immer auf Sieg.

Gab es schon längere Gespräche zwischen Stevens und dir?
Ja. Und ich komme sehr gut mit ihm zurecht. Huub Stevens ist ein Mensch, der Probleme anspricht und Fehler aufzeigt. Als Spieler weißt du dadurch sofort, woran du arbeiten musst. Das machen nicht alle Trainer so.

Dein Ex-Trainer Matthias Hamann wurde beim LASK entlassen und durch Helmut Kraft ersetzt. Was sagst du zu seinem Rausschmiss?
Ich war wie alle überrascht. Was das ausschlaggebende Problem zwischen Trainer und Präsidenten war, kann ich aber überhaupt nicht beurteilen. Vor meinem Wechsel zu Salzburg habe ich über die Medien ein paar Dinge gehört. Das nimmt man aber nicht immer ernst. Es ist nie etwas bis zur Mannschaft vorgedrungen und wir haben uns auch nicht mit dem Thema beschäftigt.

Wie war deine Beziehung zu ihm?
Ich habe ihn als sehr guten Trainer erlebt. Er hat aus relativ wenig sehr viel gemacht. Auswärts waren wir leider oft viel zu unroutiniert, haben viele unnötige Tore bekommen und kaum Punkte gemacht. Aber das ist normal, wenn sehr viele junge Spieler in Schlüsselpositionen eingesetzt werden. Aus meiner Sicht kann ich nur sagen, dass er einen sehr guten Job gemacht hat.

Vor allem Präsident Reichel wird wegen einiger fragwürdiger Entscheidungen von allen Seiten stark kritisiert.
Jeder hat in dem Punkt seine eigene Wahrheit. Grundsätzlich versucht er genau wie alle anderen im Verein, das aus seiner Sicht Richtige zu tun. Reichel hat sicher keinen leichten Stand, die Mannschaft und die Fans auch nicht. (Überlegt) Im Verein geht es drunter und drüber – man sollte trotzdem zusammen versuchen, das Bestmögliche aus der Situation machen.

Was sind die kurzfristigen Ziele von Red Bull Salzburg?
Gut starten und die zwei Punkte Rückstand auf Rapid aufholen. Und dann gegen Standard Lüttich gewinnen. Klar, der Gegner hat es in sich. Aber wir brauchen uns nicht zu verstecken.

Und was nimmst du dir persönlich vor?
Für mich ist es jetzt wichtig, in die Mannschaft reinzukommen. Vom Körperlichen her passt schon alles, die Testspiele sind auch gut gelaufen. Was noch etwas fehlt, ist die Spritzigkeit. Die werde ich mir in den nächsten Tagen holen.

www.redbulls.com


Roman Wallner will bei Red Bull Salzburg noch einmal so richtig durchstarten.
© Red Bull Gepa Pictures


widget pipop whleft
RECENT VIDEOS
widget pipop whright

Bitte installieren sie Flash Player 9 oder neuer, um diesen Videoplayer zu verwenden.

skyscraper