Montag 15.März 2010 | 08:25
Sports / Cliff Diving / Yes, you can!

Von Simon Schreyer am 18.07.2008

Cliff Diving Workshop an der Falkenstein-Wand am Wolfgangsee. Simon Schreyer stellt sich einer schlimmen Phobie: seiner Höhenangst.


Salzkammergut, immer gut. Nur leider auch oft regnerisch. Wegen dem vielen Wasser dort. Unser Lehrer hieß Orlando, unsere Lehrerin Anna. Gott, ist die süß. Sie hat große weiße ganz regelmäßige Zähne und zeigt sie oft, weil sie so viel lacht. In ihren Augen erkennt der Fachmann, dass sie ein bisschen verrückt ist. Oder fällt euch auf Anhieb eine Frau ein, die ihren Lebensunterhalt damit verdient, von Klippen in Meere und Seen zu springen. Eben.

Mit Orlando ist es ganz ähnlich: verrückt und süß. Als reifere Variante von Anna. Für die Damen. Dabei immer Herr der Situation, ein richtiger Showman. Marke Zirkusartist. Medienprofi. Einstellung: Hauptsache, es macht Spaß.

Machte der Workshop auch. Wir waren etwa 20 Teilnehmer, der jüngste 14, der älteste 36. Mädels waren zwei dabei, Anna nicht mitgerechnet. Bei den Jungs herrschte Testosteron-Überschuss Galore.

Ein Typ war unterwegs, als hätte er Cliff Diving erfunden. Neoprenanzug und Sportschuhe. Er war auch der einzige, der schon mal von ganz oben aus der Wand gesprungen ist. Allerdings nicht heute. Denn heute sprang kein Schüler von der obersten Plattform der Falkensteinwand. Nicht mal Anna.

27 Meter hat die Wand. Ein Monster. Da wird deine Speedo-Badehose vorn ganz klein, wenn du da oben stehst. Ich krabbelte auf allen vieren über die Rampe. Böse Zungen behaupten, ich hätte mich an Orlandos behaartem Bein festgehalten und leise gewimmert.

Noch ein Grund für die Volumen-Dezimierung im einzigen Ausrüstungsstück eines Cliff Divers: 16° im Wasser und grauer Himmel. Da schlottert die Otter. Wer jetzt glaubt, ich erzähle euch noch ein paar Tricks, die uns heute beigebracht wurden: denkste. Dann lieste die nächste Printausgabe vom Red Bulletin und dann springste. Yes, you can!
So, dafür verrate ich Euch wie tief mein tiefster Sprung heute war: 10 Meter. „Pah“, sagen da die harten Männer, trinken ihr Red Bull und essen dann die Dose auf, „bin schon mit vier Jahren in Griechenland 20 Meter runter gesprungen. Köpfler, eh klar. Und nebenbei Eis geschleckt!“

Für mich war’s schlimm genug, aber ging grad noch so. Vermeiden ließ sich mein Sprung nicht, wenn 19 Leute, zwei blutdurstige Fotografen und zwei Coaches zuschauen. So süß und verrückt die auch sein mögen. Auch Mari Lang von Fm4 war da und fing die Spannung und den Spaß sehr smooth und unaufdringlich mit ihrem gelb-schwarzen Mic ein. Für später im Äther.

Nach dem Workshop war ich stolz auf mich und bin’s noch immer, hier im Mohrenwirt zu Fuschl. Wo es tatsächlich eine Sauna im Dachgeschoß gibt! Nur meine linke Fußsohle brennt noch ein bisschen und fühlt sich wie Alabaster an. Ganz glatt, blass und weich. Und ein fetter gelber Mond steht über dem Fuschlsee. Ach, Anna...


Das hier ist der Schlierenzauer Gregor, hoher Wintersport-Besuch beim Training für das Red Bull Cliff Diving, morgen um 17.00. Ja, ich weiß, Ihr wollt trotzdem lieber ein Bild von unserer Lehrerin sehen. Demnächst gibt's eine Gallery mit ihr. Versprochen.
© Simon Schreyer


echt gut
Von claudd am 20.07.08 19:15
... geschrieben, bin richtig gespannt auf den yesyoucan-artikel !! und auf die fotos von anna :)

 
widget pipop whleft
RECENT VIDEOS
widget pipop whright

Bitte installieren sie Flash Player 9 oder neuer, um diesen Videoplayer zu verwenden.

skyscraper