
Un-be-liev-able! Die Roten Bullen aus New York bezwangen gestern Nacht Real Salt Lake auswärts mit 1:0 und stehen damit im Finale der Major League Soccer. Am kommenden Sonntag treffen Juan Pablo Ángel & Co. im Home Depot Center in Los Angeles auf die Columbus Crew.
An Dramatik war das gestrige Match im Rio Tinto Stadium von Salt Lake City nicht mehr zu überbieten. Die Red Bulls gingen mit dem Selbstvertrauen aus dem klaren Viertelfinal-Sieg über Houston Dynamo in die Partie und forderten den Gastgeber von der ersten Minute an. Bullen-Stürmer John Wolyniec gab in der 8. Minute den ersten Warnschuss auf das Tor von Real ab, Goalie Nick Rimando bewahrte sein Team aber vor einem frühen Rückstand. Auf der anderen Seite konnte sich der junge New Yorker Tormann Danny Cepero bei einem Weitschuss von Yura Movsisyan erstmals an diesem Abend auszeichnen.
Der Fliegende Holländer. In der 28. Minute machte sich das druckvolle Spiel der New Yorker aber endlich bezahlt. Der „Flying Dutchman“ Dave van den Bergh leitete auf dem linken Flügel einen Angriff ein und schickte Wolyniec Richtung Strafraum. Dessen scharfer Pass zur Mitte wurde vom hereinstürzenden Juan Pablo Ángel verfehlt, doch van den Bergh war mittlerweile selbst im Strafraum zur Stelle und schob den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Es war bereits das 7. Saisontor des 32-jährigen Holländers.
Zwei New Yorker Talismane. Die 2. Halbzeit gehörte aber zur Gänze den auf den Ausgleich drückenden Hausherren. Mit schnellem Kombinationsspiel erarbeitete sich Real Chance um Chance und belagerte phasenweise den New Yorker Strafraum. Dass die Bullen den Platz statt mit einer 1:5-Klatsche als sensationeller Sieger verlassen durften, verdankten sie erneut ihren zwei Talismanen der letzten Wochen: Zum ersten dem 23-jährigen Goalie Danny Cepero (kleines Bild), der eine weitere Traumpartie und mehrere akrobatische Paraden hinlegte, und zum zweiten einem guten alten Freund namens Glück – oder sollte man fairerweise sagen: dem haarsträubenden Unvermögen des Gegners, das Runde im Eckigen unterzubringen.
Red Bull Cinderella. Insgesamt dreimal hielt die Torstange die New Yorker im Spiel. Unglaublich die Situation in der 81. Minute: Real-Mittelfeldmann Findley ließ den Ball an einer durcheinandergewirbelten Bullen-Abwehr und an Cepero vorbei Richtung Torlinie kullern. Dort knallte Teamkollege Will Johnson das Leder aus einem halben Meter Entfernung an den Pfosten. Den Schlusspunkt setzte Javier Morales in der 94. und letzten Spielminute mit einem zielsicheren Treffer der selben Stange.
Der Held im Angriffssturm. „Der Pfosten ist ein Teil des Tores“, sagte Bullen-Headcoach Juan Carlos Osorio nach dem Triumph im Rio Tinto Stadium richtig. „Real Salt Lake ist ein offensiv extrem starkes Team, und wir wussten schon vorher, dass wir hier einen Angriffssturm durchzustehen hatten. Wenn wir den Ball nicht weggebracht haben, dann hat uns heute die Torstange geholfen. Und Danny Cepero hat herausragend gehalten.“
Der vielgelobte junge Bullen-Tormann reichte die Komplimente sofort weiter: „Ich fange ein paar Bälle. Aber die wirklich harte Arbeit machen die Jungs, die vor mir stehen. Sie verdienen das Lob nach so einem Sieg.“
Western Conference Championship
Real Salt Lake vs. New York Red Bulls 0:1 (0:1)
Rio Tinto Stadium, Sandy (Utah), 20.008 Zuschauer (ausverkauft), Schiedsrichter: Marrufo
Tor: 0:1 van den Bergh (28.)
Real Salt Lake: Rimando – Russell, Borchers, Olave (72., Williams), Wingert – Beckerman, Kovalenko (59., Findley), Morales, Johnson – Mathis (91., Deuchar), Movsisyan
New York Red Bulls: Cepero – Leitch, Jimenez, Mendes, Goldthwaite – Richards, Sassano (83., Pietravallo), Ubiparipovic (23., Rojas), van den Bergh – Ángel, Wolyniec
Gelbe Karten: keine bzw. Goldthwaite, Rojas, Leitch
Sonntag, 23. 11., 12:30 Uhr Ortszeit (21:30 Uhr MEZ)
MLS Cup 2008: Columbus Crew vs. New York Red Bulls
Home Depot Center, Los Angeles