Dienstag 09.Februar 2010 | 11:34
Sports / Fußball

Von Clemens Makanaky am 18.03.2009

Start in die Major League Soccer 2009. Mit umgekrempelten New York Red Bulls. Wir stellen das neue Team vor: die Fixstarter, die Konkurrenten, die Problemzonen.


Heiß auf 2009. Die letzte Saison endete versöhnlich für die New York Red Bulls. Nach einer durchwachsenen Regular Season (10 Siege – 9 Unentschieden – 11 Niederlagen) legten die Bullen im November eine sensationalle Playoff-Serie hin und unterlagen erst im Finale der Columbus Crew mit 1:3.

„Wir sind die Treppe ganz nach oben gestiegen und dann – nicht durch die Tür gegangen“, beschreibt Mittelfeld-Turbo Dane Richards das 2008er-Feeling. „Deshalb sind wir zu Beginn der neuen Saison besonders heiß. Wir wollen nochmal ins Finale. Und es diesmal gewinnen.“

Anpfiff in Seattle. Zum Start der Major League Soccer (MLS) gastiert der Finalist aus New York am Donnerstag (19. 3.) beim Liga-Neuling, dem Seattle Sounders FC.

Juan Carlos Osorio geht in seine zweite volle Saison als Headcoach der Red Bulls. Das Team, das er ins Rennen schickt, wird an vielen Positionen anders aussehen. Die größte Schwachstelle – die Verteidigung – hat Osorio so gut wie komplett erneuert. Aber auch für den Angriff holte er frische Kräfte ins Giants Stadium.

Tor:
Danny Cepero, 23-jähriger Glücksbringer in den Playoffs 2008, wird als Nr. 1 in die neue Saison gehen. So sagt es auch seine Trikotnummer. Die Spielsperre von Stamm-Goalie Jon Conway (10 Spiele wegen Dopings) dauert noch vier Runden. Wenn Cepero (Foto rechts) eine gute Figur macht, scheint es wahrscheinlich, dass „Oldie“ Conway im April auf der Ersatzbank Platz nehmen muss.

Abwehr:
Osorios Dauer-Baustelle. In der Mitte der letzten Saison zerbröselte die Verteidigung der Bullen, Osorio reagierte mit Blitzeinkäufen von neuen Spielern, die ihrerseits nicht überzeugen konnten. Jetzt sollen neue, junge Defensivleute hinten endlich mal dicht machen. Und an den Flügeln für Druck nach vorne sorgen.

Carlos Johnson (Foto links), 24-jähriger Nationalspieler aus Costa Rica, und der 26-jährige Alfredo Pacheco aus El Salvador, gelten als Fixstarter. Dazu kommt der 20 Jahre junge US-Amerikaner Jeremy Hall. Der „developmental“ Spieler hat den Coach in den Preseason-Spielen als rechter Außenverteidiger überzeugt.

Weil es ohne Erfahrung aber nicht geht, kehrt Mike Petke, 33-jähriger Liebling der Fankurve, nach sechs Jahren in Washington und Colorado in die Innenverteidigung der vormaligen MetroStars zurück. Kevin Goldthwaite, der im Vorjahr beständigste Abwehrbulle, darf sicher auch mit Einsätzen rechnen.

Mittelfeld:
Dave van den Bergh ist weg. Der „Flying Dutchman“ galt in der Vorsaison bei allen MLS-Beobachtern als stärkster Bulle. Sein Wechsel zum FC Dallas wird Osorio wohl noch einiges Kopfzerbrechen bereiten. Wie soll er diese Lücke am linken Flügel schließen? Nomineller Nachfolger wäre der 27-jährige Khano Smith, der von New England Revolution in den Big Apple geholt wurde. Doch der hat erstens eine enttäuschende Saison hinter sich und gilt zweitens nicht als der beste Flankengeber.

Auf dem rechten Fügel dürfte der Jamaikaner Dane Richards erste Wahl sein. Der 24-Jährige zeigte am Ende des letzten Jahres, was in ihm steckt: Speed, Technik, Zug zum Tor. Als klassischer Flügelstürmer muss er allerdings erst lernen, auch Defensivaufgaben zu übernehmen.

Im zentralen Mittelfeld sieht es hingegen sehr gut aus. Jorge Rojas (Foto rechts) soll sich 2009 zum unumstrittenen Chef am Platz auswachsen. Der 31-jährige Venezolaner, technisch hervorragend und athletisch wie es sich für einen Bullen gehört, könnte endlich die Rolle des dynamischen Spielmachers übernehmen, die im Giants Stadium so lange unbesetzt geblieben ist.

Hinter Rojas soll ein neuer Mann die Aufgaben im defensiven Mittelfeld an sich reißen. Albert Celades, 33 Jahre alt, kommt von Real Saragossa an die amerikanische Ostküste. Der routinierte Andorraner begann seine Karriere beim FC Barcelona (Meister 1998 und 1999), wechselte dann zu Real Madrid (Meister 2001 und 2003, Champions League 2002) und vor drei Jahren schließlich nach Saragossa. Celades (auf dem Foto links auf dem Real-Trainingsplatz hinter Zidane und Figo) , der bei Bedarf auch in die Innenverteidigung rücken kann, bringt eine gehörige Portion Weltklasse und jede Menge Sicherheit ins Spiel der Bullen.

Für New Yorks Mittelfeld-Allrounder Seth Stammler (27) ist in jedem System Platz. Er könnte gemeinsam mit Celades die „Doppel-Sechs“ geben, gilt aber auch auf den Flügeln immer als Alternative. Auch das junge Trio Luke Sassano, Matthew Mbuta und Danleigh Borman (alle 23) darf jederzeit mit Einsätzen im Mittelfeld rechnen.

Angriff:
Er ist und bleibt der Superstar der Red Bulls: Juan Pablo Ángel (Foto rechts). Im Vorjahr traf er in (verletzungsbedingt) nur 23 Einsätzen 14-mal. Seine Dynamik am Ball, sein technisches Können und sein platzierter Schuss suchen in der gesamten MLS ihresgleichen. Dem 33-jährigen Kolumbianer fehlt seit dem Verkauf von Jozy Altidore (Villarreal) nur eines: ein gleichwertiger Partner.

Ángels Landsmann Oscar Echeverry (32), den Osorio im Vorjahr ins Team holte, galt bald als Fehlkauf des Jahres: 4 Schüsse aufs Tor in 9 Liga-Einsätzen, kein Treffer.

John Wolyniec (32) genießt zwar die Unterstützung der Fans, über die Rolle des Jokers wird der US-amerikanische Altmeister allerdings auch in diesem Jahr nicht hinauskommen.

Der Bosnier Sinisa Ubiparipovic geht in sein drittes Bullen-Jahr. Der 25-jährige Feintechniker, alles andere als ein Goalgetter, spielt jedoch lieber in der Etappe. Auch von dort agierte er im letzten Jahr nicht effektiv genug (ein Tor und zwei Assists in 16 Einsätzen). Vielleicht plant Osorio aber auch mit ihm auf dem verwaisten linken Flügel ...

Der Bullen-Coach wird also auch im Angriff eher auf die neuen Jungen setzen: Dominic Oduro (Foto links), 23-jähriges Talent vom FC Dallas, gilt als Favorit auf den Platz neben Ángel. Der Senegalese Macoumba Kandji (23) wird ebenfalls seine Chance bekommen. Bei seinen fünf Kurzeinsätzen im Vorjahr traf er einmal ins Schwarze und bereitete zwei Tore vor.

Das Resümee des Trainers. Juan Carlos Osorio (Foto rechts) ist mit seinem Einkaufsprogramm zufrieden: „Im Vorjahr hatten wir an einigen Stellen große Schwächen. Mit unseren Neuerwerbungen ist unser Team viel balancierter. Wir verfügen auf allen Positionen über mehrere Optionen. Ich denke, dass sich das im Lauf der Saison auszahlen wird.“

Als grundsätzliche Spielsysteme kündigte Osorio ein 3-5-2 für die Heimspiele und ein 4-4-2 für die Auswärtsspiele an. Doch auf das System alleine käme es nicht an, sagt der Kolumbianer. „Wichtig ist, dass es auf jeder Position einen harten Konkurrenzkampf gibt. Und den werden wir haben. Die Spieler müssen immer frisch bleiben und voll konzentriert.“

Major League Soccer, Regular Season, Runde 1
Seattle Sounders FC – New York Red Bulls

Qwest Field, Seattle
Donnerstag, 19. 3., 18 Uhr Ortszeit (2 Uhr früh MEZ)


Auf ihn baut Coach Osorio: Dane Richards, rechter Flügel der Bullen, wird 2009 eine Hauptrolle bei den New Yorkern übernehmen.
Fotos: Red Bull Photofiles, mlsnet.com


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