
Stefan, Zürich steht Kopf! Wie schafft ihr das alljährlich?
Ich kann es selber nicht genau sagen. Mittlerweile ist die Street Parade ja fast ein Selbstläufer, wir müssen nicht mehr übermäßig viel Werbung machen. Dennoch sind wir jedes Jahr wieder nervös: Werden die Menschen heuer wieder in Scharen kommen?
Offensichtlich ist die Strategie aufgegangen ...
Ja, Wahnsinn, nicht? Ersten Schätzungen nach liegen wir heute bei 820.000 Besuchern. Es ist friedlich, die Leute tanzen. Alles läuft prima!
Wo du grade die friedliche Stimmung erwähnst: Das Motto der Street Parade lautet heuer ja auch „Friendship“.
Genau. Wir wollen damit ein Statement setzen. Für ein besseres Miteinander! Es passiert so viel Schlimmes, von Diebstählen bis hin zu Kriegen, da wollen wir wieder einmal ins Gedächtnis rufen, dass es auch anders geht. Übrigens war das Motto auch für unsere Organisation recht hilfreich. Immer wenn wir uns in die Haare gekriegt haben, hat irgendwer gesagt: „Stopp, Jungs, Friendship!“
Wie viele Leute seid ihr im Street-Parade-Komitee eigentlich?
Eigentlich sechs, heute sind es aber an die tausend Helfer, die während der Parade im Einsatz sind.
Wow. Und wie lange musst du heute noch?
Bis 24 Uhr ungefähr. Dann gibt’s noch einen Schlummertrunk und ab ins Traumland. Ich bin ja heute schon seit 6 Uhr Morgens voll im Einsatz: Interviews, Aufbauen und natürlich tonnenweise Organisationskram.
Ach, nix mit Afterparty? Kannst du unseren Lesern dennoch einen Tipp für die Nacht geben?
Ich würd’s wahrscheinlich etwas ruhiger bevorzugen und ins Amber beim Bahnhof gehen. Eine eher kleine Party mit tollen Zürcher DJs.
Die lokale DJ-Szene habt ihr heuer sehr eingebunden. Der Grund, warum Underground-Clubs wie Hive oder Zukunft diesmal keine Gegenveranstaltungen zur Street Parade veranstalten, sondern mitmachen?
Ja, schon. Wir haben heuer am Limmatquai eine Bühne, die nur von Schweizer Subkultur-DJs bespielt wird. Uns war es einfach wichtig, dass man die lokale Szene endlich mehr einbindet. Wir kennen und mögen uns ja auch sonst alle gern. Du weißt ja, „Friendship“ halt!