
Ganz England hat auf einen Sieg von Jenson Button gewartet. Ob ich der Spielverderber für die Briten bin oder nicht, ist mir wurscht. Hauptsache ist, dass ich heute gewonnen habe. Es war ein super Rennen. Ich wusste, dass der erste Stint der wichtigste ist und habe schnell gesehen, dass ich viel Zeit auf die Konkurrenz gutmachen kann. Das war der Schlüssel zum Sieg. Im zweiten und dritten Stint konnte ich nämlich etwas Gas rausnehmen und sicher ins Ziel fahren.
Die größte Gefahr lag heute eigentlich im Überrunden. Die Autos sind nämlich untereinander im Zweikampf. Ich war auch schon in der anderen Position und weiß wie ungut es ist, andere vorbeizulassen und einen Platzverlust zu riskieren. Meine Kollegen und ich haben aber einen guten Kompromiss gefunden :).
Problematisch war aber auch, dass nach einem Crash Teile auf der Strecke lagen. Gott sei dank hat mir die Box früh genug Bescheid gegeben. Sonst kann es nämlich passieren, dass man sich einen Plattfuß einfängt und das Rennen vorbei ist. Die Ideallinie war aber glücklicherweise schnell wieder frei.
Jetzt freue ich mich natürlich besonders auf mein Heimrennen am Nürburgring. Den kenn ich in- und auswendig. Ich habe gehört, dass relativ viel umgebaut wurde und bin dementsprechend gespannt. Das Wetter ist dort aber immer schwer einzuschätzen – von Schnee bis tropischer Hitze ist alles möglich. Wir haben aber ein extrem gutes Auto, das den Bedingungen sicher gewachsen ist.
Noch kurz zu einem ganz anderem Thema: den Vettel-Finger. Beim Jubeln strecke ich ja meistens meinen rechten Zeigefinger aus. Der wird mittlerweile gerne mit dem Schumi-Daumen verglichen. Nur zur Aufklärung: Das hat bei mir keinen genaueren Hintergrund. Ich habe ihn mir nur einmal gebrochen. Deswegen sieht er bei näherer Betrachtung nicht mehr so schön aus...
Bis bald!
Sebastian Vettel